Das Bild zeigt eine Eisenbahnbrücke

Neue Verantwortliche für Infrastrukturfragen in der DB

Die Probleme der DB-Infrastruktur sollen zukünftig von drei Managern gelöst werden, die bereits zuvor Teil des DB-Konzerns waren:

  • Berthold Huber, seit 1997 in verschiedenen Tochterunternehmen der DB aktiv, wird im Juni 2022 Nachfolger von Ronald Pofalla als Vorstand für Infrastruktur.
  • Dr. Jörg Sandvoß wird im Juli 2022 zum Konzernbeauftragten für gemeinwohlorientierte Infrastruktur ernannt. Er soll die Entstehung der neuen DB-Infrastruktursparte federführend begleiten. Zuvor war er Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG und davor Vertriebsvorstand der DB Netz AG.
  • Dr. Philipp Nagl wird im August 2022 Vorstandsvorsitzender der DB Netz AG. Der Nachfolger für Frank Sennhenn war zuvor in verschiedenen Positionen bei der DB Fernverkehr AG tätig, zuletzt als Produktionsvorstand.

Der Wechsel von Personal innerhalb des DB-Konzerns wird von den Wettbewerbern äußerst kritisch gesehen. Die Mitnahme von Kontakten und Insiderwissen zuungunsten von Unternehmen, die nicht Teil des Konzerns sind, ist ungehindert möglich. Ebenso werden die verkrusteten Denkstrukturen im ehemaligen Staatskonzern so nicht durchbrochen. Daher gibt es immer wieder Forderungen, solche Mitnahmeeffekte zu verhindern – von Karenzzeiten bis hin zu Verboten, innerhalb des Konzerns wechseln zu können. Beschlossen ist die Einrichtung eines Entflechtungsbeirats, der die personellen Wechsel innerhalb des Konzerns überwacht. Dieser könnte einen Teil dazu beitragen, Interessenskonflikte beim Wechsel von Managementpersonalen zwischen den Wettbewerbs- und Monopolbereichen der DB auszuschließen. 

Die Bewertung der Arbeit der neuen Verantwortlichen muss jedoch unabhängig von solchen Fragen bewertet werden. Eine anfänglich hohe Gesprächsbereitschaft zwischen DB-Verantwortlichen und Wettbewerbern, die erste gute Vorzeichen andeutete, schlägt jedoch recht schnell in einseitige Kommunikation der Wettbewerber in Richtung DB um. Das deckt sich leider mit dem Empfinden der EVU, die Kunden der DB Netz sind: Serviceorientierte Kommunikation steht nicht an erster Stelle.   

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